Presse

Bericht in der NWZ vom 16.05.2017

Bericht in der NWZ vom 14.11.2016 (Hude)

landkreis_hude_1_d92b15b5-8b75-432f-85ef-95a5df0ce8e0-600x314Bild: Klaus Derke

Hude Laut ist die Welt geworden, schrill, rechthaberisch. Leisen Tönen verschafft das wenig Gehör, aber oft mehr Bedeutung. Man muss sie nur hören. Etwa jene von John Dowland im Konzert des Oldenburger Kammerorchesters in der gut besetzten Elisabethkirche. „Flow my tears”, singt die Sopranistin Silke Meier, begleitet vom Lautenisten Günter Krause: „Fließt, meine Tränen. Für immer verbannt, lasst mich trauern.“ Vier absteigende Noten beschreiben die fallenden Tränen.

Das vielleicht bekannteste Lautenlied der Renaissance von 1596 aus Dowlands Sammlung „Lachrimae, or Seven Tears” hat das Orchester acht bearbeiteten Stücken vorangestellt. Der Engländer hat sie damals für ein Gambenkonsort verfasst. Gut, in der vollen Besetzung von 18 Streichern und Cembalo wirken sie etwas füllig und massiv. Doch unter Leitung von Marc Froncoux lebt griffig jene spannungsreiche Stimmung zwischen Melancholie, fein angedeuteten Emotionen und tänzerischer Beschwingtheit auf.

Direkt aus infernalisch dröhnenden Zeiten stammt das Streichsextett aus der Oper „Capriccio” von Richard Strauss. 1942 komponiert fallen die filigranen romantischen Klänge völlig aus der Welt. Oder sehnen sie die stilleren Zeiten herbei? In chorischer Besetzung folgen die Streicher sehr fein allen Verästelungen, streifen mit einer leichten Rauheit den Zuckerguss ab, lassen der Musik aber ihren Zauber. Das bekommt Strauss sehr gut.

Laufen lassen darf Froncoux seine Streicher in Arcangelo Corellis Concerto grosso c-Moll op. 6/3 mit Guido Eva und Jana Kubale (Violine) sowie Uwe Vaihinger (Violoncello) im Concertino. Noch mehr gilt das bei Felix-Mendelssohn-Bartholdys zehnter Streichersinfonie h-Moll. Da lassen sie den Komponisten einen jugendlichen Stürmer sein. Aber immer beachten sie dabei diszipliniert die Form und die technischen Anforderungen. Was noch einmal John Dowland angeht: Er wirkte vorwiegend auf dem europäischen Festland. Lange bemühte er sich vergeblich um eine Anstellung in seinem Heimatland. Dort führten nicht die Demagogen das große Wort. Aber der Adel spann seine Intrigen und zog der Zeitmode entsprechend italienische und andere Musiker den einheimischen vor. Das Pendel in der Welt- und Gesellschaftsgeschichte schlug immer schon weit aus. In alle Richtungen.

Horst Hollmann

Bericht in der NWZ vom 14.11.2016 (Oldenburg)

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Bericht in der NWZ vom 11.04.2016

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Bericht im Weser-Kurier vom 11.04.2016

Oldenburger Kammerorchester präsentierte in der Alexanderkirche „Klangwelten“ zugunsten des Orgelvereins

Souverän durch dreieinhalb Epochen

Konzert © Ingo Moellers

In der gut besuchten Alexanderkirche spielte das Oldenburger Kammerorchester unter der Leitung von Marc Froncoux ein Programm von großer stilistischer Weite. (Ingo Moellers)

Um gleich bei der Sache zu bleiben: Das ambitionierte Amateurorchester, das seit 1994 zusammenspielt, hatte für die impressionistisch flimmernde Farbigkeit der „oración“, für melodische Süße, für die weiche Geschmeidigkeit, aber auch für die bohrende Innigkeit des Gebetstons oder für leidenschaftliche Aufschwünge eine breite Ausdruckspalette bereit. Die 20 Streicher – ihre namentliche Aufführung im Programmheft ist nachahmenswert – werden seit 2010 von Marc Froncoux mit temperamentvollem Dirigat geleitet. Im Hauptberuf ist er Cellist bei der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen.

Im reizvoll symmetrisch aufgebauten Programm ging der Turina-Pièce die Klangwelt der russischen Romantik voraus. Es war die „Mélodie“ aus Peter Tschaikowskys (1840-1893) „Souvenir d’un lieu cher“ , eine musikalische Erinnerung an einen Besuch bei Nadeshda von Meck, einer Freundin und Gönnerin. Die Aufführung an diesem Abend widmete das Orchester dem gastgebenden Pastor Markus Löwe zu dessen Geburtstag. Das Violinsolo spielte die ebenfalls zur Deutschen Kammerphilharmonie gehörende Geigerin Beate Weiß. Sie tat es mit schwelgerisch-zärtlichem Ausdruck, ihr Ton ist von ganz unsentimentaler Süße und klarer Schönheit, auch auf Grund ihres kontrollierten Vibratos. Und sie kommt ganz ohne herrische Solistengeste aus. Auch das Orchester begab sich bei diesem Werk in die Klangwelt romantischen Wohlklangs.

Beate Weiß’ Verzicht, die Soloattitüde hervorzukehren, kennzeichnete auch ihr Spiel in den beiden Violinkonzerten von Johann Sebastian Bach. Es waren im ersten Teil das Konzert E-Dur BWV 1042, im zweiten Teil das Konzert in g-Moll, eine Bearbeitung des Cembalokonzerts BWV 1056. Der Solopart des E-Dur Konzertes mit seinem energisch aufwärtsstrebenden Dreiklangsthema erklang sehr aus dem Geist der Teile, in denen das Orchester Hauptträger des Geschehens ist und die Solovioline den schmückend-umspielenden Part versieht. Auch dort, wo die Solovioline thematisch das Sagen hat, blieb Beate Weiß mit beweglich-elegantem Spiel primus inter pares, was ein dichtes Zusammenwirken von Solo und Orchester bewirkte. Leichtgewichtige Solobehändigkeit auch in den Ecksätzen des g-Moll Konzertes. Das Largo, diese Aria über dem Orchester-Pizzicato und zarten Cembalo-Farbklecksen, gelang mit warm getönter, atmend artikulierter Sanglichkeit. Hier heraus dann der attacca-Sprung in die fetzige Wildheit des Presto. Da hätte der Applaus für die Solistin und auch für das voller barocker Lebendigkeit agierende Orchester ruhig heftiger ausfallen können.

Das Programm wurde gerahmt von den Divertimenti D-Dur, KV 136 und F-Dur, KV 138 von Wolfgang Amadeus Mozart, mit „Salzburger Sinfonien“ betitelt. Diese virtuos-serenadenhafte Musik des 16-jährigen Mozart erhielt gehörige Orchesterbrillanz, hatte luftig-leichte Unterhaltsamkeit, der ihr junger Komponist im Presto der D-Dur-Sinfonie eine gute Portion kontrapunktischer „Gelehrsamkeit“ verpasst hatte. Die langsamen Sätze waren von atmendem Fließen bestimmt, Begleitstimmen kamen zu ihrem Recht, repetierende Bässe sorgten für drängende Bewegtheit, das Trio des Finalsatzes der F-Dur Sinfonie hatte witzige Verschmitztheit.

Pastor Löwe, der Publikum und Musiker herzlich begrüßt hatte, wies in seinem Werbeblock auf die Arbeit des Orgelfördervereins hin und bat um Spenden, beispielsweise über den Erlös einer Farbaquatinta-Radierung des Wildeshauser Künstlers Hartmut Berlinicke, die er zeigte. Mit seinem Auftritt unterstütze auch das Orchester den Bau einer neuen Alexanderkirchen-Orgel.

Günter Matysiak

Bericht im Ostfriesischen Kurier vom 12.04.2016

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Bericht in der NWZ vom 23.03.2015

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Bericht in der NWZ vom 20.10.2014

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Bericht in der NWZ vom 12.05.2014

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Bericht in der NWZ vom 14.11.2011

Bericht in der NWZ vom 14.11.2011

Bericht in der NWZ vom 14.2.2011

Bericht in der NWZ vom 14.2.2011